1 Velo für 1 gesundes Dorf

Das Gelächter ist gross, als im Schatten von ein paar Bäumen ein Knabe im Schulhof als Voodoo-Heiler verkleidet auftritt und wortreich behauptet: «Wenn die Kinder Durchfall haben, ist dies die Schuld der Nachbarn, die ihnen Böses wollen.» Das Publikum buht ihn lautstark aus – denn natürlich wissen die Kinder, dass dies Aberglaube ist, der überwunden werden muss, und dass der Weg zu besserer Gesundheit über mehr Hygiene, zum Beispiel Händewaschen, sauberes Wasser und gesunde Ernährung führt.

Diese Botschaften haben die Kinder von Maganjira in den letzten zwei Jahren, seit das Rote Kreuz in der Region aktiv ist, immer wieder gehört – und sie prägen sich ihnen viel besser ein, wenn sie im Rahmen einer Veranstaltung spielerisch vorgetragen werden.

Malawi ist ein Land in Afrika, wie man es aus dem Bilderbuch kennt. Das Dörfchen Maganjira besteht aus rund 100 einfachen Backsteinhäusern. Eine Streusiedlung, erschlossen nur durch eine holprige Piste. Die Menschen leben im Einklang mit der Natur – auf den ersten Blick eine Idylle.

Bei näherer Betrachtung wird aber schnell klar: Es ist ein hartes Leben. Die Armut lässt den Menschen kaum Wahlmöglichkeiten und macht sie verletzlich für Gefahren, die bei uns längst gebannt sind: Durchfall, Atemwegserkrankungen, Diphterie, Masern. Alle 20 Sekunden stirbt weltweit ein Kind unter fünf Jahren aufgrund von verschmutztem Wasser und mangelnder Hygiene. Dabei bräuchte es so wenig: Sauberes Trinkwasser und Latrinen. Und Sensibilisierung und Information über den Zusammenhang von mangelnder Hygiene und Krankheiten.

100 Velos für eine bessere Gesundheit

Um die Gemeinschaften über die Zusammenhänge von Lebensstil und Krankheiten zu informieren, werden Freiwillige vom Roten Kreuzes ausgebildet. Sie schwärmen auch in die entlegensten Gebiete aus, um Mütter und Kleinkinder zu untersuchen, Impfkampagnen durchzuführen sowie schwangere Frauen zu beraten. Kein Weg ist zu weit. Oft sind sie dabei mit dem Velo unterwegs.

Im Mzimba-Distrikt brauchen die Freiwilligen mindestens 100 neue Fahrräder. Sie sind speziell für ländliche Gebiete konstruiert. Haben einen besonders starken Rahmen und können mit lokalen Ersatzteilen repariert werden. Der Gepäckträger trägt Lasten bis zu 100 kg. Ein Fahrrad kostet umgerechnet 140 Franken und kann von Frauen und Männern gefahren werden.

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